Die Anzeige mutet bestimmt etwas merkwürdig an.

 

Deswegen möchte ich auf diesem Wege etwas mehr Informationen liefern.

 

Zunächst zu mir. Ich bin Baujahr 73 und habe eine erwachsene Tochter. Ich habe lange Zeit als Teamleiterin gearbeitet und möchte nun, da mein Kind auf eigenen Beinen steht, nicht mehr wegen Geld arbeiten, sondern eine sinnvolle, menschliche Aufgabe haben.

 

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, habe also keine allzu romantischen Vorstellungen vom Landleben und bin mir durchaus bewusst, dass man nicht mit einem Strohut und einem Körchen durch den Garten spaziert um mit den Blümchen zu sprechen um anschließend kleine Lämmchen mit der Flasche zu füttern.

 

Ich habe während meiner Arbeit als Teamleiterin einige Zusatzausbildungen absolviert. Ich bin Yogalehrerin, Atemkursleiterin, Fastenleiterin, Entspannungskursleiterin, Ayurvedische Ernährungsberaterin und Vegan Köchin. Auch hier ist mir klar, dass das keine Qualifikationen sind, die man auf dem Land unbedingt benötigt. Es sei denn man hat eine Pension/ Hotel/ Hostel oder Herberge und möchte Feriengästen etwas Besonderes bieten.

 

 

 

2016 habe ich meine Anstellung aufgegeben um auf einer Nordseeinsel als Hauswirtschafterin zu arbeiten. Ich habe mich hier vorrangig ums Frühstücksbuffett, für bis zu 40 Gäste, gekümmert.

 

Danach war ich für fast ein Jahr in Andalusien und habe dort auf einer Veganen Finca für die Gäste gekocht. Frühstück bis hin zum Grillfest, für bis zu 25 Menschen, Detoxwochen organisiert und betreut, sowie Yogastunden gegeben.

 

Heimweh hat mich wieder nach Deutschland getrieben und deswegen lebe ich seit 2017 wieder in Halle an der Saale.

 

Ich arbeite wieder als Yogalehrerin und in einem Vegetarischen Bistro.

 

Mit meinen beiden Hunden lebe ich in einem Bauwagen der auf einem sehr grünen Schuttplatz steht. Ich bewirtschafte einen Gemüsegarten, heize mit Holz und führe hier ein sehr einfaches, nachhaltiges und fantastisches Leben.

 

Allerdings möchte ich nun nach zwei Jahren Bauwagen eine Veränderung. Ich möchte ein neues Zuhause. Ein Ort wo ich gut und gerne ein paar Jahre leben könnte. Wo es sich lohnt Artischocken, die erst ab dem zweiten Jahr tragen, in den Garten zu setzten.

 

Fließend Wasser und eine Räumlichkeit die auch im Winter morgens früh mehr als 5Grad hat sind ein kleiner Luxus den ich mir jetzt auch gönnen möchte.

 

Wenn dann noch die Chance besteht, morgens beim ersten Kaffee jemanden für einen kurzen Schwatz in der Küche zu treffen oder Abends beim essen der Tag besprochen wird, dann wäre es genau das was ich brauche um mich zuhause zu fühlen.

 

Mit mir zusammen kommen zwei Hunde. Der eine wird dieses Jahr 16 und mit dem passiert nicht mehr viel. Der schläft, frisst und hängt an meinem Rockzipfel. Die andere hat man mir in Spanien aufgedrückt. Sie ist erst ca. 3 Jahre alt und hört für keine 5 Pfennig. Es sind beides keine Hunde die Nachts in einen Zwinger kommen, sondern mit mir in meinem Zimmer schlafen. Beide mögen keine Katzen, die jüngere würde sich aber daran gewöhnen können.

 

 

 

Wie ich mir das vorgestellt habe, wie das funktionieren könnte.

 

Nehmen wir den Mindestlohn … rechnen ca. 200€ warm für ein „WG“ Zimmer, mit Bad, Waschmaschinen, Küchen und Garten Nutzung. Obendrauf kommen ca. 250€ für Essen und Trinken für mich und meine Hunde. Das wäre dann mit wöchentlich 12 Arbeitsstunden abgegolten.

 

Dann wären noch mal 12 Arbeitsstunden wöchentlich notwendig um 450 € mit einem Minijob zu verdienen. Runden wir mal auf und sagen 5 Stunden täglich an 5 Tagen die Woche.

 

In der Zeit könnte ich putzen, reparieren, entrümpeln, einkaufen, kochen, backen, gärtnern, betreuen, aufräumen, waschen, organisieren, flicken, dekorieren, fegen, jähten und vieles mehr.

 

Wobei das natürlich frei einteilbar wäre. Und selbstverständlich würde ich bei einem hohen Arbeitsaufkommen wie Ernte, Holz machen, Enkelkinderbesuch … nicht nach 5 Stunden alles liegen und stehen lassen.

 

Allerdings möchte ich auch viel Freizeit haben, die ich mit Spazierengehen, lesen, gärtnern und kochen, verbringen möchte.

 

Ich denke das ist ein durchaus faires und atraktives Angebot. Natürlich ist es immer eine Umstellung, plötzlich in einer „Wohngemeinschaft“ zu leben, aber ich bin recht umgänglich.

 

 

 

Ich habe keine Probleme mit Fleischessern, lebe allerdings selber vegan. (die Hunde nicht) Auf einem Hof wo Tiere zur Schlachtung gehalten werden, wäre ich nicht so gut aufgehoben. Ich bin auch nicht in der Lage Tiere zuzubereiten. Allerdings bin ich Veganköchin, was bedeutet, ich kann wirklich gut kochen. Man ist mit mir in der Küche gut bediehnt, wenn man sich sein Schnitzel, oder was auch immer, selber zubereitet und mir den Rest überlässt.

 

Wenn im ganzen Haus geraucht wird, mag ich dort auch nicht sein.

 

 

 

Gerne ältere Menschen, alleinstehende Menschen, oder Menschen, die aufgrund einer Krankheit etwas Betreuung brauchen. Ich bin nicht in der Lage zu pflegen oder kleine Kinder zu betreuen.

 

Vielleicht fällt dir selber noch ein Betätigungsfeld ein? Dann melde dich gerne. Vielleicht finden wir zusammen.

 

 

 

Zum Ende … ich suche kein zweites Standbein um Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. Ich möchte auch nicht hinsichtlich meiner Lebenseinstellung gecoacht werden. Ich möchte nicht wwoofen, da meine Arbeit einen Wert hat. Ich bin alt genug und weiß was ich tue und was ich kann. Ein 450€ Job ohne Kost und Logis kann ich nicht gebrauchen. Muss allerdings nicht da für 450€ arbeiten wo ich wohne. Ich suche keine Vollzeitbeschäftigung für 450€! Und natürlich werde ich auch in keinem Hotel, wo die Übernachtung 120€ kostet mich für den Mindestlohn in die Küche stellen. Und ich suche keine „Beziehung“. Natürlich kann man mal zusammen Essen oder ins Kino gehen, Abends bei einem Bier zusammen sitzen, wenn man sich gut versteht. Aber davon auszugehen mich zu irgend einem Techtelmächtel bewegen zu können, wäre auch der falsche Grund sich bei mir zu melden.